Unterstützung des Wohlbefindens von Fachkräften in der Jugendarbeit: Erkenntnisse aus den Roundtables und Fokusgruppen von IASIS

Am 26. Juni 2025 organisierte die NGO IASIS im Centro in Athen eine Reflexionsrunde mit zehn jungen Fachkräften – darunter Berufsberater:innen, Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Verwaltungspersonal im Alter von 25 bis 29 Jahren. Ziel war es, die wachsenden Herausforderungen für Fachkräfte in der Jugendarbeit sichtbar zu machen, insbesondere in Bezug auf Arbeitsbelastung, emotionale Belastung und institutionelle Anforderungen.

Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war die Erkenntnis, dass viele Teilnehmende unter weitverbreitetem Burnout leiden – ausgelöst vor allem durch unklare Aufgabenprofile, überhöhte Leistungserwartungen und begrenzte organisatorische Unterstützung. Die Gruppe betonte den dringenden Bedarf an klareren Stellenbeschreibungen, besseren Richtlinien zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie strukturierten Peer-Support-Systemen, um ein nachhaltigeres und gesünderes Arbeitsumfeld im Jugendsektor zu schaffen.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen führte IASIS am 9. Juli 2025 zudem zwei Fokusgruppen im Work Day Centre in Thessaloniki durch. Dort vertieften 18 Fachkräfte – Psycholog:innen, Jugendarbeiter:innen und Betreuungspersonen – die Themen emotionale Resilienz und organisatorische Unterstützung.

Die Teilnehmenden berichteten offen von der emotionalen „Spillover“-Wirkung, also dem Übertragen beruflicher Belastungen ins Privatleben. Viele griffen auf Bewältigungsstrategien wie Therapie, Achtsamkeit oder kollegialen Austausch zurück, um ihre psychische Gesundheit zu erhalten. Zwar hatten einige Organisationen bereits Wellness-Maßnahmen wie Fitnessangebote eingeführt, doch bestand Einigkeit darüber, dass es stärkerer und vorbeugender Unterstützungsstrukturen bedarf. Genannt wurden unter anderem regelmäßige Wellbeing-Check-ins und institutionelle Strategien, die auf langfristige emotionale Nachhaltigkeit statt auf kurzfristiges Krisenmanagement setzen.

Die Diskussionen machten deutlich: Fachkräfte in der Jugendarbeit sind hoch engagiert – benötigen jedoch wirkliche, systemische Unterstützung, um ihre Arbeit fortzuführen, ohne ihr eigenes Wohlbefinden zu gefährden. IASIS bleibt diesem Anliegen verpflichtet und setzt sich weiterhin für die Förderung von psychischer Gesundheit und Resilienz im Jugendsektor ein.

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