Österreichs Roundtable: Psychische Gesundheit und Unterstützungsstrukturen in der Jugendarbeit

Am 1. Juli 2025 organisierte BildungsLAB eine virtuelle Roundtable-Diskussion mit Fachkräften aus unterschiedlichen Bereichen – darunter Jugendarbeit, Sozialarbeit, Therapie und Bildung. Die Sitzung brachte wertvolle Einblicke in aktuelle Herausforderungen im Bereich psychische Gesundheit sowie in bestehende Unterstützungsstrukturen von jugendorientierten Organisationen. Eine zentrale Teilnehmerin vertrat die staatlich geförderten Kinder- und Jugendhilfen in Österreich, die umfassende Unterstützung für Kinder, Jugendliche und Familien bereitstellen. Ihr Beitrag verdeutlichte, wie organisatorische Strategien gezielt das Wohlbefinden von Mitarbeitenden stärken können.

Gemeinsame Herausforderungen

Die Teilnehmenden berichteten von mehreren wiederkehrenden Belastungen, darunter:

  • Personalmangel und steigende Arbeitslast
  • Eingeschränkte kollegiale Unterstützung aufgrund von Überlastung oder der Sorge, unprofessionell zu wirken
  • Hoher administrativer Aufwand
  • Supervisionspraxis

Gruppensupervision ist zwar verbreitet, ihre Wirksamkeit wird jedoch häufig durch mangelndes Vertrauen beeinträchtigt. Dagegen wurden individuelles Coaching und Einzel-Supervision als wirkungsvoller beschrieben – auch wenn diese nicht immer systematisch in die langfristigen Strukturen der Organisationen eingebettet sind.

Erfolgsmodell: Wiens „Rückkoppelungsprozess“

Ein herausragendes Beispiel kam aus den Wiener Kinder- und Jugendhilfen: der Rückkoppelungsprozess (Impact Review Process). Dieses Verfahren verlangt von Mitarbeitenden, darzulegen, wie Coaching oder Fortbildungen ihre Arbeit konkret beeinflusst haben. Dadurch wird ein nachhaltiger Nutzen sichergestellt. Die Teilnehmenden hoben diesen Ansatz als inspirierendes Modell hervor, das Selbstreflexion fördert und langfristige Unterstützung für die psychische Gesundheit ermöglicht.

Die Diskussion zeigte ein großes Interesse daran, ähnliche Strukturen auch in anderen Einrichtungen einzuführen – ein deutliches Zeichen für das Potenzial von reflektierten, strukturierten Praktiken zur Förderung des Wohlbefindens von Fachkräften in der Jugendarbeit.

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