Das Projekt Y-CARE – Youth-Centered Approaches for Resilience and Empowerment hat erfolgreich eine umfassende Awareness Campaign gestartet, die sich der Förderung von psychischer Gesundheit, Resilienz und Wohlbefinden von Jugendarbeiter:innen sowie der jungen Menschen widmet, die sie in ihrer täglichen Arbeit unterstützen.
Durch eine Reihe von 26 thematischen Social-Media-Beiträgen stellte die Kampagne inspirierende Praxisbeispiele, innovative Ansätze, Forschungsergebnisse und echte Erfahrungen aus ganz Europa vor. Ziel der Initiative war es nicht nur, das Bewusstsein für psychische Herausforderungen zu stärken, die junge Menschen und Fachkräfte in der Jugendarbeit betreffen, sondern auch praktische Lösungen sichtbar zu machen. Diese können dabei helfen, Resilienz zu stärken, emotionales Wohlbefinden zu fördern und unterstützende Umgebungen für die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen zu schaffen.
Eine europäische Community für psychisches Wohlbefinden aufbauen
Die Kampagne begann mit einem klaren Aufruf an Jugendarbeiter:innen, Pädagog:innen, Trainer:innen und Jugendorganisationen in ganz Europa. Durch das Teilen von evidenzbasierten Ressourcen, inspirierenden Geschichten und praktischen Werkzeugen möchte Y-CARE eine europäische Gemeinschaft von Fachkräften stärken, die sich gemeinsam dafür einsetzen, die psychische Gesundheit und emotionale Resilienz junger Menschen zu unterstützen.
Von guten Praxisbeispielen aus Europa lernen
Die Awareness Campaign präsentierte eine vielfältige Auswahl erfolgreicher Initiativen aus verschiedenen europäischen Ländern. Diese Beispiele zeigten deutlich, dass psychisches Wohlbefinden auf vielen unterschiedlichen Wegen gefördert werden kann.
Mehrere Beiträge konzentrierten sich auf Achtsamkeit und emotionale Wahrnehmung. Beispiele aus Schweden machten sichtbar, wie Achtsamkeitsübungen in Schulen Schüler:innen dabei helfen können, Stress besser zu bewältigen, ihre Konzentration zu verbessern und ihr emotionales Gleichgewicht zu stärken. In ähnlicher Weise zeigten Jugendorganisationen aus der Schweiz, welchen Wert offene Gespräche, Reflexionsrunden und der bewusste Austausch über Gefühle haben. Solche Formate können junge Menschen dabei unterstützen, emotionale Intelligenz, Empathie und ein besseres Verständnis für sich selbst und andere zu entwickeln.
Die Kampagne stellte außerdem Anti-Mobbing- und Empathie-Projekte vor. Das bekannte finnische KiVa-Programm wurde als wirkungsvolles Beispiel dafür präsentiert, wie Empathie, eine positive Schulkultur und ein gemeinsames Verantwortungsgefühl dazu beitragen können, Mobbing deutlich zu verringern und das Wohlbefinden von Schüler:innen zu verbessern.
Auch kreative Ansätze waren ein wichtiger Bestandteil der Kampagne. Jugendzentren in Spanien nutzen Kunsttherapie, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Gefühle auszudrücken, Selbstvertrauen aufzubauen und besser mit Angst oder innerer Anspannung umzugehen. In Kroatien bieten Musiktherapie-Workshops jungen Menschen einen Raum, in dem sie Emotionen in künstlerischen Ausdruck verwandeln können. Gleichzeitig stärken solche Angebote soziale Kontakte, Zugehörigkeit und gemeinsames Erleben.
Natur, Sport und Wohlbefinden
Viele der vorgestellten Beispiele zeigten den engen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität, Naturerfahrungen und psychischer Gesundheit.
Italienische Jugendprojekte verbinden zunehmend Outdoor Education mit der Förderung psychischer Gesundheit. Dabei geht es darum, jungen Menschen durch Aktivitäten im Freien neue Erfahrungen, Selbstvertrauen und Erholung zu ermöglichen. In Norwegen wurde die Tradition des friluftsliv hervorgehoben. Sie ermutigt junge Menschen dazu, Zeit in der Natur zu verbringen – etwa durch Wandern, Camping oder ruhige Momente der Reflexion im Freien. Solche Aktivitäten können Resilienz, emotionale Stabilität und das Gefühl von innerer Ruhe fördern.
Die Kampagne zeigte auch, wie Jugendprogramme in Portugal Teamsport nutzen, um junge Menschen ganzheitlich zu stärken. Sport wird dabei nicht nur als Mittel zur Verbesserung der körperlichen Fitness verstanden, sondern auch als Möglichkeit, emotionale Selbstregulation, Teamarbeit, Selbstvertrauen, Kommunikation und soziale Kompetenzen zu fördern.
Die Kraft von Verbindung und Peer Support
Eine der stärksten Botschaften der Kampagne war die Bedeutung menschlicher Verbindung.
Beispiele aus Deutschland und Irland zeigten, wie Peer-Mentoring- und Peer-Support-Angebote sichere Räume schaffen können, in denen junge Menschen sich verstanden, ernst genommen und gestärkt fühlen. Diese Programme machen deutlich, dass junge Menschen oft eher bereit sind, über psychische Belastungen, Sorgen oder Unsicherheiten zu sprechen, wenn sie von geschulten Gleichaltrigen unterstützt werden.
Auch Jugendzentren in Griechenland betonen Gemeinschaft und Zugehörigkeit als wichtige Faktoren, um Einsamkeit zu verringern und psychische Resilienz zu stärken. Die Kampagne unterstrich immer wieder die zentrale Idee, dass unterstützende Beziehungen und soziale Verbundenheit entscheidend für positive psychische Gesundheit sind.
Mental Health Literacy stärken
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Kampagne war Mental Health Literacy, also Wissen und Verständnis rund um psychische Gesundheit, sowie frühe Unterstützung.
Beispiele aus Frankreich zeigten, wie Trainingsprogramme Lehrkräfte und Jugendarbeiter:innen dabei unterstützen können, frühe Anzeichen psychischer Belastungen zu erkennen. Die Kampagne stellte außerdem Ressourcen aus europäischen Initiativen wie YIMinds vor. Diese Materialien helfen Fachkräften in der Jugendinformation dabei, angemessen über psychische Gesundheit zu sprechen, mögliche Belastungen zu erkennen und junge Menschen wirksam und sensibel zu unterstützen.
Die Botschaft war klar: Wissen, Sensibilisierung und Aufmerksamkeit sind grundlegende Bestandteile von Prävention. Wer psychische Belastungen früh erkennt und offen darüber sprechen kann, trägt dazu bei, Stigmatisierung abzubauen und rechtzeitig Unterstützung möglich zu machen.
Burnout bei Jugendarbeiter:innen ernst nehmen
Während der Fokus häufig auf jungen Menschen liegt, machte die Awareness Campaign auch deutlich, wie wichtig das Wohlbefinden der Fachkräfte selbst ist.
Mehrere Beiträge präsentierten Ergebnisse internationaler Studien, die zeigen, dass Jugendarbeiter:innen in Europa häufig unter hohem Stress, emotionaler Erschöpfung und Burnout-Risiken leiden. Organisatorischer Druck, übermäßige Arbeitsbelastung, fehlende Anerkennung und zu wenig Unterstützung durch Strukturen und Organisationen wurden dabei als wichtige Risikofaktoren benannt.
Die Kampagne betonte, dass die Unterstützung von Jugendarbeiter:innen entscheidend ist, um nachhaltige und wirksame Jugendangebote zu schaffen. Fachkräfte, die selbst emotional gesund, stabil und resilient sind, können junge Menschen mit psychischen Herausforderungen besser begleiten und unterstützen.
Y-CARE-Ergebnisse und Ressourcen teilen
Die Kampagne diente außerdem als wichtige Plattform, um Ergebnisse und Ressourcen aus dem Y-CARE-Projekt zu verbreiten.
In den Beiträgen wurde die Y-CARE-E-Learning-Plattform vorgestellt, die Fachkräften in der Jugendarbeit flexiblen Zugang zu Trainingsmaterialien und Bildungsressourcen bietet. Die Kampagne machte außerdem die transnationalen Forschungsergebnisse des Projekts zu Burnout-Risiken bei Jugendarbeiter:innen sichtbar und teilte Informationen über Peer-Support-Gruppen, die in den Partnerländern aufgebaut wurden.
Darüber hinaus übersetzten die Y-CARE-Infografiken komplexe Forschungsergebnisse in leicht verständliche visuelle Formate. So unterstützen sie Praktiker:innen dabei, zentrale Themen wie Resilienz, Stressmanagement und psychisches Wohlbefinden in der Jugendarbeit besser zu verstehen.
Die Kampagne hob außerdem Aktivitäten wie das Y-CARE Empathy Lab Webinar hervor. Dabei kamen Fachkräfte aus ganz Europa zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und professionelle Netzwerke zu stärken.
Ein gemeinsames Engagement für die psychische Gesundheit junger Menschen
Die Awareness Campaign mit ihren 26 Beiträgen zeigte deutlich, dass die Förderung psychischer Gesundheit eine gemeinsame europäische Verantwortung ist. Ob durch Achtsamkeit, Peer Support, Kunst, Sport, Freiwilligenarbeit, Outdoor Education, emotionale Bildung oder bessere Unterstützungssysteme für Fachkräfte – in Europa gibt es bereits zahlreiche innovative Ansätze, die einen positiven Unterschied im Leben junger Menschen machen.
Indem Y-CARE diese Beispiele und Ressourcen zusammenbringt, trägt das Projekt zu einer stärkeren und resilienteren Jugendarbeitslandschaft bei. Gleichzeitig unterstützt es die Schaffung von Umgebungen, in denen sowohl junge Menschen als auch Fachkräfte sich wohlfühlen, wachsen und ihr Potenzial entfalten können.
Auch im weiteren Projektverlauf bleibt Y-CARE dem Ziel verpflichtet, Jugendarbeiter:innen zu stärken, Stigmatisierung rund um psychische Gesundheit abzubauen, Resilienz zu fördern und Wohlbefinden in ganz Europa sichtbar zu machen.
Mehr Informationen über das Projekt und seine Ressourcen gibt es auf der Y-CARE-Website und auf den Social-Media-Kanälen des Projekts.


























